Galerie Capriola

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Fischer-Ginsburg, Elsa-Bertha

Künstler > A-F

geb. 1901 in Königsberg, verstorben 1998 in Aschaffenburg

Bei dem Künstlerehepaar Fischer-Ginsburg handelt es sich um typische Vertreter der sogenannten »verschollenen Generation«, mit denen wir unsere Ausstellungsreihe in diesem Jahr fortsetzen möchten. Die beiden Künstler besuchten von 1920–1922 die damals schon berühmte Schule von Hans Hofmann in München. Die Ansichten von Hofmann standen sehr im Kontrast zu den Traditionen der Münchner Kunstakademie, die Heinrich Fischer nach der Kunstgewerbeschule in Würzburg gleichzeitig besuchte. Die in Hamburg und Berlin aufgewachsene Jüdin E.B. Ginsburg hatte bereits als 13-jährige neben der Schule die Erwachsenenmalschule von Aenny Löwenstein, Berlin, besucht. Professor Meyer in Berlin erteilte ihr ebenfalls Unterricht. Frauen waren an den Akademien noch nicht zugelassen. In Hamburg besuchte die junge Frau die Kunstgewerbeschule von Ahlers-Hestermann, ebenso wie Hofmann ein Matisse-Schüler. In dieser Schule erhielt Heinrich Fischer ein Meisteratelier. Die beiden jungen Künstler heirateten 1923 und gingen mit ihrer ältesten Tochter auf eine 1-jährige Weltreise, die zahlreiche Länder berührte und auch als Auswanderung nach Rio de Janeiro geplant war. Dieser Ort entsprach jedoch nicht ihren Vorstellungen. Letztendlich führte sie ihr Weg nach Aschaffenburg, dem Geburtsort von Heinrich Fischer. Der Bayerische Staat stellte dem jungen Künstler im Schloss Johannisburg ein Atelier zur Verfügung. 1932 ging Heinrich Fischer für ein halbes Jahr nach Berlin, kehrte jedoch 1933 wegen der Machtergreifung Hitlers wieder nach Aschaffenburg zurück. Bereits vor dem offiziellen Berufsverbot war Elsa-Bertha aus dem regionalen Künstlerverband ausgeschlossen worden. 1936 bekam auch Heinrich Fischer Mal- und Ausstellungsverbot.
Jegliche Chance war ihnen genommen. Sie überlebten mit ihren 6 Kindern in Aschaffenburg und mussten sich mit berufsfremden Arbeiten über Wasser halten. Heinrich Fischer lehnte es auch ab, nach 1945 nochmal einem Künstlerverband beizutreten.
Dagegen war Elsa-Bertha Mitglied im BBK Frankfurt und auch im unterfränkischen Verband. Sie beschickte nach dem Kriege zahlreiche Ausstellungen, auch im Ausland, mit ihrer Grafik, die sie zunächst in schwarz-weiss, später in Farbe auf ihrer eigenen Radierpresse selbst in einzelnen Exemplaren druckte. Langsam interessierten sich auch Museen und Sammler für die beiden Künstler. Inzwischen sind deren Werke in zahlreichen Museen und Sammlungen vertreten, u.a. Hist. Museum Frankfurt, Artothek in Frankfurt u. Kassel, Schlossmuseum Aschaffenburg, Stadtmuseum München, Kupferstichkabinett Berlin, Sammlung Brabant in Wiesbaden, Sammlung Dr. Schneider in Solingen.

Preise und weitere Angebote erhalten Sie auf Anfrage.

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